DVB-T ist für die Sender ein teurer Spaß

News vom 13.02.2013, um 13:58 Uhr

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RTL plant seinen Ausstieg für 2014, ProSiebenSat.1 ist noch am Überlegen. Im Vergleich zum TV per Satellit und Kabel ist DVB-T ein recht teures Vergnügen. Die Verbraucherschützen liefern einen Kampf für diese Technologie, da sie für Zuschauer gratis ist.  

Überall-Fernsehen für Zuschauer kostenfrei

DVB-T mit offiziellem Namen wird gelegentlich auch Überall-Fernsehen genannt. Zuschauer können dies recht einfach und kostenlos empfangen. Es wird einfach nur der Empfänger angeschlossen, das Kabel zum Fernseher gelegt – und schon kann es losgehen. Allerdings ist DVB-T für die Sender ein recht teurer Weg der Verbreitung. Es existieren nur technische Möglichkeiten in limitierten Mengen. Aus diesem Grunde wird RTL zum Ende des Jahres 2014 beim digitalen Fernsehen aussteigen. Von den Verbraucherschützern wird ein sogenannter Domino-Effekt befürchtet. Hauptsächlich für Privatsender lohnt sich dieser Weg der Fernsehübertragung kaum. Daher ist auch die ProSiebenSat.1-Gruppe am Überlegen, die Ausstrahlung via DVB-T einzustellen. Bis Ende des Monats März 2013 soll hierüber eine Entscheidung getroffen werden. Die Öffentlich-Rechtlichen werden weiterhin per DVB-T übertragen.

RTL-Gruppe will ab 2015 nicht mehr über DVB-T senden

Momentan ist ein Empfang über DVB-T von sämtlichen großen deutschen Sendern möglich. Im Jahr 2015 soll jedoch Schluss sein damit. Die RTL-Gruppe plant ihren Ausstieg aus dem digitalen Antennenfernsehen, da DVB-T zu teuer ist. Davon betroffen sind rund 1,17 Millionen Haushalte in Gesamtdeutschland. RTL berichtet, dass die Ausstrahlung via DVB-T rund 30-mal so teuer sei als die Ausstrahlung über Satellit.

Bei den Öffentlich-Rechtlichen belaufen sich die Kosten pro Haushalt auf 37,26 Euro. Für die Ausstrahlung per Satellit waren es nur 4,02 Euro, per Kabel jedoch nur 2,32 Euro. Vergleichsweise zu den Kosten kann dieser Weg der Fernsehübertragung wenig bieten. Bisher gibt es keine Möglichkeit, in HD zu senden, da den Sendern eine hierfür benötigte Möglichkeit der Verschlüsselung fehlt. Zudem lassen sich im Höchstfall 30 Programme per DVB-T empfangen. Per Kabel können rund 100, per Satellit mehr als 120 Programme empfangen werden. Anbieter des Internetfernsehens bieten Hunderte von empfangbaren Kanälen an.

Wird DVB-T2 noch kommen?

Die meisten Zuschauer stört dies offenbar nicht. Wie die Verbraucherzentrale NRW informiert, wird für den ersten Empfangsweg von 14 Prozent der 8,2 Millionen Fernsehhaushalte in NRW das Antennenfernsehen genutzt. Fünf weitere Prozent nutzen DVB-T für ein Zweit- oder Drittgerät.  Dies ist regional jedoch sehr unterschiedlich. Im Bereich des Sauer- und Siegerlandes kann das Antennenfernsehen nicht empfangen werden. Hingegen wird das Antennenfernsehen im Ruhrgebiet in gut jedem vierten Haushalt empfangen. Der Vorstand der Verbraucherzentrale in Düsseldorf forderte daher die Landesregierung auf, DVB-T als Verbreitungsmöglichkeit für den Rundfunk auf Dauer zu erhalten. Rein technisch sei dies möglich. Derzeit wird an einem neuen Standard, dem DVB-T2 gearbeitet. Dieser soll für weitere Programme und eine bessere Darstellbarkeit der Bilder in HD-Qualität sorgen.