Amazons neuster Deal

News vom 04.04.2013, um 19:50 Uhr

Logo von Amazon
© Amazon

In den letzten Wochen und Monaten von negativen Schlagzeilen gebeutelt, macht Amazon zur Abwechslung mal wieder auf unternehmerischem Sektor auf sich aufmerksam. Der Internetgigant hat einen neuen Deal eingefädelt und Goodreads gekauft, einen unabhängigen Spezialisten für Buchempfehlungen. Auch wenn der Deal nicht überraschend kommt, gibt es kritische Stimmen zu dieser Übernahme.

Der Konkurrenz einen Schritt voraus

Viele, die gerne lesen, kennen das eBook Netzwerk Goodreads, eine Plattform mit 16 Millionen Nutzern, die dort nach neuen Büchern suchen und Empfehlungen lesen. Goodreads ist in San Francisco beheimat und hat eine treue Lesergemeinde, die sich über neue Bücher austauschen und Bücher bewerten. Auch Amazon ist regelmäßig bei Goodreads zu finden, ebenso wie bekannte Buchclubs. Jetzt hat Amazon dieses bekannte Netzwerk gekauft, um seinen eBook Sektor und natürlich auch den Kindle weiter nach vorne zu bringen. Nach Ansicht von Experten hat die Konkurrenz wie Apple oder auch Google schlicht geschlafen, denn beide hätten mit einem Kauf von Goodreads im Bereich eBook einen Schritt nach vorne tun können. Aber Amazon war schneller und hat Goodreads von Otis Chandler gekauft, dem früheren Herausgeber der Los Angeles Times.

Wie unabhängig bleibt Goodreads?

Die Meinungen über den Kauf sind geteilt. Für die einen stellt der Zusammenschluss von Amazon und Goodreads eine echte Bereicherung dar, andere fürchten um die Unabhängigkeit des eBook Netzwerks, wenn es zu Amazon gehört. Auch viele User des Netzwerks sind skeptisch, denn sie haben an Goodreads bisher die Autonomie von großen Medien- und Internetkonzernen sehr geschätzt. Mit der Übernahme durch Amazon fürchten sie nun, diese Autonomie zu verlieren. Otis Chandler, der Goodreads im Jahre 2007 zusammen mit seiner Frau gründete, teilt die Befürchtungen der Nutzer seiner Plattform nicht. Er erhofft sich vielmehr neue Impulse und sieht in der Zusammenarbeit mit dem Internetriesen Amazon eine Aufwertung des eBooks, das seiner Meinung nach irgendwann auf der gleichen Stufe mit den traditionellen Büchern stehen wird.